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Emilys großes Ziel

Irgendwas kommt immer dazwischen. Dreimal wollte Emily Saari an den österr. Meisterschaften teilnehmen. Dreimal hat's nicht geklappt. Dafür gab's einen 12. Platz beim Junior Grand Prix in Gdansk.

Seit 2019 besitzt Emily Saari neben der US-amerikanischen auch die österreichische Staatsbürgerschaft. Ihre Großmutter ist nämlich Oberösterreicherin, hat einen Bauernhof in der Nähe von Steyr. Der Nachname Saari geht auf finnische Vorfahren zurück. In Finnland war Emily aber noch nie – in Österreich schon rund ein Dutzend Mal.

Kerstin Frank betreut Emily in Wien

Im vergangenen Herbst übte Emily erstmals auf österreichischem Eis. In der Wiener Stadthalle wurde sie von der sechsfachen Staatsmeisterin Kerstin Frank gecoacht. Emilys Trainer-Team in ihrer Heimatstadt Rochester in Michigan kannte Kerstin. „Die Eislauf-Community ist klein“, sagt Emily. „Jeder kennt jeden.“

Mit der erfahrenen Eiskunstläuferin Kerstin Frank kommt Emily blendend aus. „Sie ist nett und gibt mir gute technische Hilfestellung, Kerstin hat außerdem eine ruhige Art.“ Bei Emilys ersten beiden Junior Grand Prix Wettkämpfen im vergangenen Herbst war Kerstin an ihrer Seite. Im polnischen Gdansk wurde die 19-Jährige Zwölfte, in Linz belegte sie Platz 16. „Es war eine Ehre, auf heimischem Eis, vor österreichischem Publikum zu laufen“, sagt Emily.

Bei den Österreichischen Meisterschaften (ÖM) klappte eine Teilnahme bisher noch nicht. In Klagenfurt 2019 und in Graz 2021 machten Verletzungen einen Start unmöglich. Und bei den ÖM, die im Dezember 2020 in Linz über die Bühne ging, verhinderte die Pandemie die Anreise aus den USA.

Außerdem finden die meisten internationalen Wettkämpfe in Europa statt. „Auch das ist unpraktisch für mich. Aber Eiskunstläuferinnen, die für die USA an den Start gehen, haben dasselbe Problem.“ Aufgrund Corona konnte Emily in den vergangenen zwei Jahren nur wenig reisen.

Drei Monate lang kein Eistraining

Schlimmer war für sie die Trainingspause im Jahr 2020. Die Eishalle in Rochester war drei Monate lang geschlossen. „Das war wirklich hart!“ Emily versuchte, positiv zu bleiben und bereit zu sein, sobald die Eisbahn wieder zur Verfügung stand. Die Rückkehr aufs Eis sei ein bisschen wie ein Neuanfang gewesen. Plötzlich fiel ihr der Doppel-Axel schwer. Ausgerechnet jener Sprung, den sie einmal am liebsten mochte. „Der Axel ist ganz anders als die anderen Sprünge, weil er vorwärts abgesprungen wird.“

Zwei Kufen und fünf Ringe: In unserer großen Olympia-Blogserie stellen wir nationale Spitzen-Läufer:innen und Nachwuchshoffnungen vor und erklären wichtige Grundlagen des Sports.

Emily hat ein neues Lieblingselement: den dreifachen Toeloop. Generell seien die Sprünge ihre Stärke. Probleme hat sie manchmal damit, „alles zusammenzubringen“ – also ein sauberes Programm zu liefern. „Das kann herausfordernd sein.“ Eine Herausforderung wird auch der Wechsel von den Junioren- in die Allgemeine Klasse, der kommende Saison ansteht. „Ich freue mich darauf“, sagt die Public Relations-Studentin, die im Alter von fünf Jahren mit dem Eislaufen begann.

Natürlich träumt Emily von Olympia, Welt- und Europameisterschaften. „Aber ich möchte nicht zu zielorientiert sein. Ich will einfach gut laufen. Und so lange ich gut laufe, wird mich das zu Wettkämpfen bringen, an denen ich es verdiene, teilzunehmen.“ An einem Wettkampf will sie unbedingt ganz bald teilnehmen: an den österreichischen Staatsmeisterschaften. Irgendwann muss es ja klappen. ///


// Bilder unten: Emily abseits der Eisfläche. © Privates Archiv / Bilder oben: © Gepa Pictures //

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