News-Details

Hannah Frank und die fünf Dreifachen

In Hannah Franks Leben dreht sich alles um Eiskunstlauf. Die 13-Jährige ist extrem ehrgeizig, selbstkritisch und äußerst talentiert.

Vor zwei Jahren postete Hannah Frank das Logo der Olympischen Winterspiele 2026 auf ihrer Instagram-Seite. Der Kommentar dazu: #mygoal. In drei Jahren wird Hannah erst 16 Jahre alt sein. Aber das Mädchen aus Puchenau bei Linz hat nicht nur ein großes Ziel. Sondern auch großes Talent.

Bei den österreichischen Meisterschaften 2020 gewann die damals Zehnjährige mit deutlichem Abstand vor der 14-jährigen Flora Schaller in der Jugendwertung. Hannah hätte aufgrund ihres Alters noch in einer Alterskategorie darunter antreten können. Aber da sind keine Dreifachsprünge erlaubt. Und Hannah hatte schon zwei davon im Repertoire. In derselben Saison gewann sie gleich mehrere internationale Wettkämpfe.

Aber auch Rückschläge musste die heute 13-Jährige schon wegstecken. Zweimal hintereinander verpasste sie wegen einer Knieverletzung die Staatsmeisterschaften. „So etwas kann passieren, wenn man viel trainiert“, sagt Hannah. Jetzt macht das Knie keine Probleme mehr. Und nach drei Jahren Pause kann sie endlich wieder an den Meisterschaften teilnehmen. In der Juniorinnen-Klasse tritt sie gegen bis zu fünf Jahre ältere Konkurrentinnen an. Hannahs Ziels? „Der Titel.“

Dreifacher Salchow mit neun

Im zarten Alter von neun Jahren beherrschte Hannah ihren ersten Dreifachsprung – den Salchow. Mit zwölf konnte sie außer dem Axel jeden Sprung in dreifacher Ausführung. Im Training arbeitet sie vor allem an der Stabilisierung der Sprünge und an Sprungkombinationen.

Mit drei Jahren stand Hannah erstmals auf dem Eis. Es gefiel ihr so gut, dass sie unbedingt weitermachen wollte. „So richtig mit Leistungssport begonnen habe ich mit vier.“ Am Eiskunstlaufen gefällt ihr alles. Das Gleiten übers Eis genauso wie die Pirouetten oder eben die Sprünge.

Sechsmal in der Woche übt Hannah in der Linzer Eishalle jeweils drei Stunden auf Eis. „Manchmal sind es sogar vier Stunden.“ Dazu kommen Trocken-, Kraft- und Balletteinheiten. Lust aufs Training hat sie jeden Tag. „Ich bin sehr ehrgeizig. Wenn etwas nicht klappt, will ich es unbedingt noch einmal probieren.“ Gelegentlich muss Hannah von ihrer Trainerin gebremst werden.

Video-Porträt von Hannah in der ORF-Sendung „Schule bewegt“ (2020)

Heimunterricht statt Schule

Das junge Talent muss seine Trainings- nicht an Schulzeiten anpassen. Zwischen den Sporteinheiten wird das Mädchen zu Hause von ihren Eltern und der Oma unterrichtet. Zur Schule muss sie nur für Prüfungen. Ihre Leistungen sind gut. Ob sie Matura machen will, weiß sie noch nicht.

Der Fokus liegt auf dem Sport. Seit heuer startet Hannah international in der Juniorinnen-Klasse. Dass sie da eine der Jüngsten ist, macht ihr nichts aus. „Das bin ich gewohnt.“ Hannah ist bereits bei zwei Junioren Grand Prixs angetreten. In Egna (Italien) wurde sie mit persönlichem Punkterekord von 128,74 Punkten 23. In Ostrava belegte sie mit 126,51 Zählern Platz 17. 100-prozentig zufrieden war sie mit ihren Leistungen nicht. „Für die ersten Junioren Grand Prix war es eh okay“, sagt Hannah. „Aber es hätte viel besser gehen können.“ Hannah vermutet, dass ihre Nervosität noch bessere Leistungen verhindert hat.

JWM 2023 im Visier

Um vor den Wettkämpfen nicht zu viel nachzudenken, hört Hannah zur Ablenkung Musik. Das funktioniert ganz gut. Ganz gut funktionieren soll es auch bei der Junioren-WM Anfang März in Kanada. Sofern Hannah dort antreten darf, hofft sie auf einen Top-15-Platz. „Aber es geht vor allem darum, dass ich mit meiner Leistung zufrieden bin.“

Im Training hat sich Hannah bereits an Vierfach-Sprüngen probiert. „Meistens bin ich hingefallen“, sagt sie. Einen Vierfachen lernt man nicht von einem Tag auf den anderen. Aber bis 2026 ist ja noch Zeit.

Mehr über Hannah Frank


// Bilder oben: Hannah bei Wettkämpfen in den Jahr 2018 bis 2021, / © Gepa Pictures // Bilder unten: Hannah abseits der Eisfläche. / © Privates Archiv //

Zurück