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Hannah und die fünf Dreifachen

In Hannah Franks Leben dreht sich alles um Eiskunstlauf. Die Zwölfjährige hat großes Talent und weiß schon ganz genau, was sie sportlich erreichen möchte.


Vor einem Jahr postete Hannah Frank das Logo der Olympischen Winterspiele 2026 auf ihrer Instagram-Seite. Der Kommentar dazu: #mygoal. In vier Jahren wird Hannah erst 16 Jahre alt sein. Aber das Mädchen aus Puchenau bei Linz hat nicht nur ein großes Ziel. Sondern auch großes Talent.

Bei den österreichischen Meisterschaften 2020 gewann die damals Zehnjährige mit deutlichem Abstand vor der 14-jährigen Flora Schaller in der Jugendwertung. Hannah hätte aufgrund ihres Alters noch in einer Alterskategorie darunter, bei den Schülerinnen, antreten können. Aber da sind keine Dreifachsprünge erlaubt. Und Hannah hatte schon zwei davon im Repertoire. Über den Titel hat sich Hannah „echt gefreut. Das war cool“. In derselben Saison gewann sie gleich mehrere internationale Wettkämpfe.

Aber auch Rückschläge musste die heute 12-Jährige schon wegstecken. Zweimal verpasste sie wegen einer Verletzung am rechten Knie die Staatsmeisterschaften, nämlich 2021 und 2022. „So etwas kann passieren, wenn man viel trainiert“, sagt Hannah. Jetzt macht das Knie keine Probleme mehr.

Dreifacher Salchow mit neun

Im zarten Alter von neun Jahren beherrschte Hannah ihren ersten Dreifachsprung – den Salchow. Jetzt mit knapp 13 kann sie außer dem Axel jeden Sprung in dreifacher Ausführung. Der Rittberger, sagt sie, fällt ihr noch am schwersten.

Mit drei Jahren stand Hannah erstmals auf dem Eis. Es gefiel ihr so gut, dass sie unbedingt weitermachen wollte. „So richtig mit Leistungssport begonnen habe ich mit vier.“ Am Eiskunstlaufen gefällt ihr alles. Das Gleiten übers Eis genauso wie die Pirouetten oder eben die Sprünge.

Sechsmal in der Woche übt Hannah in der Linzer Eishalle jeweils drei Stunden auf dem Eis. Dazu kommen Trocken-, Kraft- und Balletteinheiten. Lust aufs Training hat sie jeden Tag. „Ich bin sehr ehrgeizig. Wenn etwas nicht klappt, will ich es unbedingt noch einmal probieren.“ Gelegentlich muss Hannah von ihrer Trainerin gebremst werden.

Video-Porträt von Hannah in der ORF-Sendung „Schule bewegt“ (2020)

Zwei Kufen und fünf Ringe: In unserer großen Olympia-Blogserie stellen wir nationale Spitzen-Läufer:innen und Nachwuchshoffnungen vor und erklären wichtige Grundlagen des Sports.

Heimunterricht statt Schule

Das junge Talent muss ihre Trainings- nicht an Schulzeiten anpassen. Zwischen den Sporteinheiten wird das Mädchen zu Hause von ihren Eltern und der Oma unterrichtet. Zur Schule muss sie nur für Prüfungen. Ihr Lieblingsfach ist Mathematik. Ihre schulischen Leistungen sind gut.

Weniger zufrieden ist Hannah mit ihrer bisherigen sportlichen Saison. Bei den Wettkämpfen lief es nicht nach Wunsch. Die Zwölfjährige weiß, wieso: „Wenn man nervös ist, ist es schwieriger, das abzurufen, was man kann.“ Aber sie blickt nach vorne und will die Saison gut abschließen. Nächsten Winter plant sie den nächsten Schritt, nämlich der erste Start in der Junioren-Klasse. „Ich hoffe, dass ich schon zu einem Junioren Grand Prix fahren darf.“

Bisher waren die jungen vierfach-springenden Russinnen Hannahs Vorbilder. Mit dem positiven Dopingtest der 15-jährigen Europameisterin Kamila Walijewa in Peking hat sich die Sache ein bisschen geändert. „Das ist nicht so super.“ Im Training hat sich Hannah bereits am Vierfach-Salchow probiert. „Es fehlt schon noch ziemlich viel“, sagt sie. Aber bis 2026 ist ja auch noch etwas Zeit.


// Bilder oben: Hannah bei Wettkämpfen in den Jahr 2018 bis 2021, / © Gepa Pictures // Bilder unten: Hannah abseits der Eisfläche. / © Privates Archiv //

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