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Schaller/Mayr: Harmonie auf Anhieb

Neo-Paarläufer Sophia Schaller und Livio Mayr machen innerhalb kurzer Zeit erstaunliche Fortschritte. Bereits in ihrer ersten Saison schafften sie die Qualifikation für die EM in Finnland.

Schon vor fünf Jahren wollte Livio Mayr mit Sophia Schaller paarlaufen. Aber erst jetzt haben die beiden Salzburger zusammengefunden. Dass die beiden gut harmonieren, ist kein Zufall.

„Wieso eigentlich nicht“, dachte sich Sophia Schaller, als sie gefragt wurde, ob sie mit Livio Mayr paarlaufen wolle. Das war im März 2022. Nur einen Monat später war nach dem ersten gemeinsamen Paarlauf-Versuch klar: Es kann funktionieren. Nach nicht einmal einem Jahr ist klar: Es funktioniert ziemlich gut. Früher als geplant, Mitte Oktober,liefen die Beiden ihren ersten Wettkampf. Auf Anhieb schaffte das Duo aus Salzburg in der Kür das technische Limit für die Weltmeisterschaft. Im Dezember klappte es in Zagreb mit dem EM-Limit. Bei der Staatsmeisterschaft in St. Pölten holten Schaller/Mayr mit einer ausgezeichneten Leistung den Titel.

Sophia zählt seit Jahren zu den besten österreichischen Eiskunstläuferinnen. Sechsmal in Folge stand die 22-Jährige bei Staatsmeisterschaften auf dem Podest. Livio, 25, hat vor fünf Jahren auf Paarlauf umgesattelt. Schon damals wollte er mit Sophia laufen. Aber die wollte noch beim Einzel bleiben.

Livios glücklose Partnerschaft

Livio verließ Salzburg schließlich Richtung Kanada, wo er fortan lebte und trainierte. Mit drei Partnerinnen aus Amerika ging er in den vergangenen Jahren an den Start. Ziemlich unglücklich verlief die Partnerschaft mit Chloe Choinard aus Kanada. Livio: „Da ist so ziemlich alles schiefgelaufen, was schieflaufen kann.“ Auf den ersten gemeinsamen Trainingstag folgte der erste Corona-Lockdown. Im Training für den ersten geplanten Wettkampf im September 2021 zog sich Chloe einen Meniskusriss zu. Die Saison war vorbei. Die Partnerschaft endete einige Monate später.

„Das meiste Glück habe ich jetzt mit Sophia“, sagt Livio. „Ich wusste, dass sie eine meiner besten Optionen ist.“ Von den Erfahrungen mit seinen vorangegangenen Partnerinnen profitiert Livio jetzt. Das Duo trainiert in Salzburg bei Violett Ivanoff, Julia und Severin Kiefer. Wann immer es passt, üben Schaller/Mayr in Oakville, Kanada beim Trainerteam des renommierten Paarlauf-Coaches Bruno Marcotte. „Das bringt uns ziemlich viel“, sagt Sophia. Die japanischen Vizeweltmeister Riku Miura und Ryūichi Kihara sind dort ihre Trainingspartner.

Sophia und Livio harmonieren gut miteinander. Die beiden kennen sich von klein auf, haben lange Zeit in der gleichen Eishalle und bei der gleichen Trainerin trainiert. Sophia: „Wir haben ähnliche Techniken beim Springen und beim Laufen.“ Livio sieht das Zwischenmenschliche als große Stärke des Duos. „Wir kommunizieren sehr gut miteinander, wir können ansprechen, was uns stört und was uns gefällt.“

Sophia und Livio bei der ÖM 2022 in St. Pölten

Sophias Lust am Lernen

Von den spezifischen Paarlauf-Elementen fielen Sophia die Würfe am Anfang am schwersten. Bei den Hebungen hatte sie hingegen keine Angst. „Der Twist ist sehr komplex, aber es macht Spaß, daran zu arbeiten.“ Auch die Todesspirale benötige viel Übungszeit.

Für die kurze Zeit, die Sophia und Livio gemeinsam laufen, haben sie es schon erstaunlich weit gebracht. „Ich habe mir gedacht, dass es gut funktionieren könnte“, sagt Livio, „aber dass es so gut funktioniert, hat keiner erwartet.“

Nach ihrer ersten Saison wollen Sophia und Livio schauen, wo sie stehen und wo die Reise hingehen könnte. Österreichs Parade-Eislauf-Duo Miriam Ziegler und Severin Kiefer, das im Vorjahr seine Karriere beendet hat, hat es auf mehrere Top-Ten-Platzierungen bei Europa- und Weltmeisterschaften gebracht. Livio: „Das ist sicher ein Ziel, das man anvisieren kann.“

Sophia wird ihre Einzelkarriere sein lassen, um sich voll auf den Paarlauf zu konzentrieren. „Es macht mir sehr viel Spaß und es ist nett, dass man nicht allein ist.“

 

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