Olga Mikutina mit neuerlicher 
Saisonbestleistung Olympia-18.

Mit der besten Kür ihrer Saison beendete Olga Mikutina ihren zweiten Olympischen Wettkampf nach Peking 2022 auf Platz 18. Die Goldmedaille sicherte sich in der Milano Ice Skating Arena die US-Amerikaner Alysa Liu, die am Stockerl von den Japanerinnen Kaori Sakayama und Ami Nakai flankiert wurde.

© GEPA pictures/ Ranjith Kumar

Dank der mit Abstand besten Kür der gesamten Saison hat Olga Mikutina auch den zweiten Teil des Olympischen Eiskunstlaufbewerbs der Frauen eindrucksvoll absolviert und bei ihrem zweiten Olympischen Auftritt nach Peking 2022 erneut einen Top-20-Platz erreicht. Ein Top-20-Platz beim wichtigsten Sportereignis der Welt ist vor der Vorarlbergerin im österreichischen Eiskunstlauf zuletzt Julia Lautowa 1998 in Nagano gelungen.

Mit 185,59 Punkten aus Kurzprogramm und Kür musste die Vorarlbergerin zwar die EM-Medaillengewinnerin Lara Naki Gutmann aus Italien vorbeilassen. Dank der besten Performance der Saison sowohl im Kurzprogramm als auch in der Kür übertraf die Österreicherin aber ihre Punktwertung von vor vier Jahren, als sie Rang 13 belegt hatte. „Ich bin zufrieden mit meinen beiden Auftritten“, lautete das Fazit der 22-Jährigen.

„Stolz auf meine Performance“

Rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt glückte der Studentin an der Montclair State University im US-Bundesstaat New Jersey eine deutliche Steigerung zu den Europameisterschaften vor einem Monat in Sheffield. „Die unmittelbare Vorbereitung auf die Olympischen Spiele war wirklich stark und auch die Trainingseinheiten hier auf dem Olympischen Eis in Mailand sind extrem gut gelungen. Die Qualität in den Sprüngen war deutlich höher als die gesamte Saison“, erklärte Mikutina und lobte die harmonische Zusammenarbeit zwischen ihrer Heimtrainerin Elena Romanova und ihrem Headcoach an der Uni, Roman Serov.

Dass sie in der Vorbereitung das Limit ausgereizt hat, merkte die 22-Jährige ausgerechnet am Tag zwischen Kurzprogramm und Kür, als Schienbeinbeschwerden auftraten und sie zur Absage der morgendlichen „Tuning“-Trainingseinheit zur Einstimmung auf den Wettkampf zwangen. Diese im Eiskunstlauf nicht untypischen Schmerzen treten bei der Österreicherin manchmal auf, wenn sie viele Sprung-und vergleichbare Off-Eis-Übungen in kurzer Zeit macht. „In der Physiotherapie haben wir alles gut hinbekommen und ich hab mich auf dem Eis wohlgefühlt. Umso größer ist der Stolz auf meine meine heutige Performance“, so Mikutina.

Olympisches Gold für Alysa Liu

Die Goldmedaille sicherte sich mit einer grandiosen Kür die amtierende Weltmeisterin Alysa Liu. Sie ist die erste US-amerikanische Olympiasiegerin im Frauenbewerb seit 2002. Mit 226,79 Punkten behielt die 20-Jährige mit knapp zwei Punkten die Oberhand gegenüber Kaori Sakamoto aus Japan, die nach Bronze vor vier Jahren dieses Mal die Silbermedaille umgehängt bekam. Der Olympische Wettkampf 2026 war der Letzte in der Karriere der 25-Jährigen. Ihre 17 Jahre junge Landsfrau Ami Nakai, die nach dem Kurzprogramm geführt hatte, krönte ihre erste Saison bei den Erwachsenen mit der Olympischen Bronzemedaille.

Deutliche Steigerung in der Kür

Nach rechtzeitig erfolgter Lizenzierung der musikalischen Untermalung ihrer Kür mit „Nothing Else Matters“ der US-amerikanischen Metal-Band Metallica und mit einer guten Ausgangsposition aus der Saisonbestleistung von 61,72 Punkten im Kurzprogramm konnte Olga Mikutina befreit in die Kür gehen. Unmittelbar nach dem Abebben des großen Jubels um den guten Auftritt von Lokalmatadorin Lara Naki Gutmann direkt vor ihr startete die Vorarlbergerin mit einer Kombination aus einem Dreifach-Lutz und Dreifach-Toeloop gefolgt von zwei weiteren Dreifachsprüngen in ihr Programm und zog das Publikum schnell auf ihre Seite. „Ich habe viel Unterstützung in der Halle und generell hier in Mailand gespürt“, schilderte sie. „Meine Eltern und einige Leute aus meinem Heimatverein waren da. Und an der Uni gab es extra eine Watch-Party für mich. Das zeigt eindrucksvoll die Bedeutung von Olympischen Spielen!“

© GEPA pictures/ Ranjith Kumar

Der vielversprechende Auftakt gab Sicherheit, auch wenn sie im Mittelteil ihrer Performance leichte Abzüge durch die Preisrichter bei einigen Sprungkombinationen hinnehmen musste. Mikutina tanzte fokussiert und mit Entschlossenheit gepaarter Eleganz durch ihr Kürprogramm hin zu einem bezaubernden Abschluss. „Die letzten Sekunden habe ich wirklich sehr genossen!“ Emotional berührt vom feinen atmosphärischen Rahmen und von ihrer Leistung glitt sie mit Gesten der Dankbarkeit vom Eis. Ihr Gefühl hatte sie nicht getäuscht: Sie durfte sich über ihre höchste Bewertung seit den Österreichischen Meisterschaften der letzten Saison, also seit 14 Monaten, freuen.

Nach Olympia ist vor der WM

Der Bewerb der Frauen war die letzte Olympische Medaillenentscheidung im Eiskunstlauf von Milano/Cortina 2026. Die Olympische Saison sieht aber einen weiteren Höhepunkt für Olga Mikutina vor: Die fünffache Staatsmeisterin wird das rot-weiß-rote Nationalteam bei den Weltmeisterschaften vom 24. bis 29. März in Prag, quasi vor der österreichischen Haustür, anführen. „Ich habe hier in Mailand viel an Selbstsicherheit gewonnen. Das wird mir bei den nächsten Herausforderungen bestimmt helfen“, blickte die 22-Jährige im ORF-Interview voraus.

Olympischer Eiskunstlaufbewerb der Frauen, Milano/Cortina 2026, Enstand

  1. Alysa Liu (USA) 226,79 Punkte
  2. Kaori Sakamoto (Japan) 224,90 Minuten
  3. Ami Nakai (Japan) 219,16 Punkte
  4. Mone Chiba (Japan) 217,88 Punkte
  5. Glenn Amber (USA) 214,91 Punkte
  6. Adeliia Petrosian (neutrale Athletin) 214,53 Punkte
  7. Niina Petrokina (Estland) 210,82 Punkte
  8. Lee Haein (Südkorea) 210,56 Punkte
  9. Anastasiia Gubanova (Georgien) 209,99 Punkte
  10. Sofia Samodelkina (Kasachstan) 207,46 Punkte
  11. Shin Jia (Südkorea) 206,68 Punkte
  12. Isabeau Levito (USA) 202,80 Punkte
  13. Nina Pinzarrone (Belgien) 200,30 Punkte
  14. Loena Hendrickx (Belgien) 199,65 Punkte
  15. Lara Naki Gutmann (Italien) 195,75 Punkte
  16. Iida Karhunen (Finnland) 192,79 Punkte
  17. Julia Sauter (Rumänien) 190,93 Punkte
  18. Olga Mikutina (Österreich) 185,59 Punkte
  19. Zhang Rui Yiang (China) 178,03 Punkte
  20. Ekaterina Kurakova (Polen) 173,37 Punkte
  21. Livia Kaiser (Schweiz) 171,52 Punkte
  22. Lorine Schild (Frankreich) 167,08 Punkte
  23. Kimmy Repond (Schweiz) 159.54 Punkte
  24. Mariia Seniuk (Israel) 152,61 Punkte