Mit ihrem besten Kurzprogramm der Saison hat sich Olga Mikutina in eine gute Ausgangsposition für die Kür am Donnerstagabend gebracht. In einer begeisternden Atmosphäre in der Milano Ice Skating Arena gelang ihr eine gute Performance, die 61,72 Wertungspunkte reichten souverän für die Qualifikation für die Kür der besten 24.

Olga Mikutina hat ihr erstes Ziel bei den Olympischen Spielen von Milano/Cortina 2026 mit Bravour erreicht. Sie zeigte gestern Abend ein technisch sauberes Kurzprogramm, welches ihr 61,72 Wertungspunkte einbrachte und ihr die souveräne Qualifikation für die Kür bescherte. „Das beste Kurzprogramm der Saison kam genau zum richtigen Zeitpunkt“, stellte die zufriedene und erleichterte Vorarlbergerin fest. Am Donnerstagabend versucht die 22-Jährige, sich mit einer starken Kür einer ähnlich guten Platzierung wie vor vier Jahren bei den Olympischen Spielen von Peking zu nähern. Damals lag sie nach dem Kurzprogramm ebenfalls auf Platz 17 und konnte im zweiten Teil des Wettkampfs vier Positionen wettmachen.
Emotionale Momente auf dem Eis
Die authentische Einschätzung ihrer Leistung gab Mikutina in den Sekunden nach dem Ende ihres Kurzprogramms anhand ihrer Emotionen. Als sie aus der Endpose ihrer Performance in die Entspannung über glitt, entfuhr ihr eine spontane Jubelgeste mit dem rechten Arm, ein erster Ausdruck ihrer Genugtuung nach einem gelungenen Programm. Augenblicke später legte sie beide Hände auf ihr Gesicht und verdeckte kurz ihre von Glück geleiteten Emotionen, ehe sie mit Dankesgesten ins Publikum langsam vom Eis glitt. „Mein erster Gedanke war, dass meine Eltern heute in der Halle waren und mir erstmals bei einem Olympischen Wettkampf live zuschauen konnten. Deshalb war das ein besonders emotionaler Moment für mich“, gab sie Einblick in diese Sekunden.
Wenig später war ihr die offizielle Bestätigung der Saisonbestleistung von 61,72 Punkten ein ausdrucksstarkes Handherz für die TV-Kamera wert. „Ich bin erleichtert. Die Vorbereitung ist sehr gut gelaufen, ich hatte noch nie eine solche Serie an fehlerlosen Kurzprogrammen in den Trainings wie zuletzt. Daher verspürte ich eine gewisse Nervosität, auch im Wettkampf eine gute Leistung abzuliefern“, erklärte sie. Das Vorhaben gelang: „Die Minuten auf dem Eis haben sich super angefühlt!“
Fokussierter Auftritt
Mikutina performte zum Reckoning Song des israelischen Folk-Rockers Asaf Avidan. Die amtierende Staatsmeisterin eröffnete mit einem Strahlen im Gesicht und hoher Aufmerksamkeit bei der anspruchsvollen Kombination aus einem Dreifach-Lutz und einem Dreifach-Toeloop. Auch die weiteren Elemente, darunter ein Dreifach-Flip, gelangen auf gutem Niveau, was vom technischen Panel mit nur wenigen Abzügen und von den Preisrichtern mit entsprechender Bewertung gewürdigt wurde. „Ich bin sehr fokussiert geblieben und habe mit mentalen Kniffs die volle Konzentration bis zum Schluss aufrecht erhalten.“
Angetan zeigte sich Österreichs Vorzeigeeiskunstläuferin vom Publikum in der gut gefüllten Milano Ice Skating Arena: „Die Atmosphäre war wunderbar. Ich hab den Applaus und die Begeisterung der Zuschauer während des Programms gut gehört. Es war ein perfekter Rahmen!“

Japanische Doppelführung
Am besten performte am gestrigen Abend auf dem Olympischen Eis in Mailand die Japanerin Ami Nakai. Die 17-jährige Olympia-Debütantin erzielte 78,71 Punkte und geht als Führende vor ihrer Landsfrau Kaori Sakamoto, die Bronzemedaillengewinnerin von Peking 2022, und der amtierenden Weltmeisterin Alysa Liu aus den USA in die Spannung versprechende Kür.
Außergewöhnliche Zitterpartie vor der Kür
Der erste Schritt bei den Olympischen Spielen ist geglückt, Mikutina genießt als Achte in der Startreihenfolge für die am Donnerstag um 19 Uhr beginnende Kür der Besten 24 aus dem Kurzprogramm eine gute Ausgangsposition. Rechtzeitig vor dem heutigen Auftritt endete für sie auch eine Zitterpartie hinblicklich der Kür. Denn erst gestern konnte die Lizenzierung der Musikrechte endgültig geklärt werden, womit sie das geplante und einstudierte Programm laufen kann.
„Es war eine ewig lange Spurensuche, wir haben unzählige Mails und Nachrichten geschrieben“, schilderte die Vorarlbergerin. Sie zeigte sich erleichtert, dass einen Tag vor ihrem Olympia-Auftritt jegliche Unsicherheit endlich vom Tisch war. „Ich bin froh, dass wir die Musikrechte nun nicht umsonst gekauft haben“, schmunzelte sie angesichts der erfolgreichen Qualifikation für die Kür.
Ergebnis Kurzprogramm der Frauen
- Ami Nakai (Japan) 78,71 Punkte
- Kaori Sakamoto (Japan) 77,23 Punkte
- Alysa Liu (USA) 76,59 Punkte
- Mone Chiba (Japan) 74,00 Punkte
- Adeliina Petrosian (neutrale Athletin) 72,89 Punkte
- Anasatasiia Gubanova (Georgien) 71,77 Punkte
- Loena Hendrickx (Belgien) 70,93 Punkte
- Isabeau Levito (USA) 70,84 Punkte
- Lee Haein (Südkorea) 70,07 Punkte
- Niina Petrokina (Estland) 69,63 Punkte
- Nina Pinzarrone (Belgien) 68,97 Punkte
- Sofia Samodelkina (Kasachstan) 68,47 Punkte
- Amber Glenn (USA) 67,39 Punkte
- Shin Jia (Südkorea) 65,66 Punkte
- Iida Karhunen (Finnland) 65,06 Punkte
- Julia Sauter (Rumänien) 63,16 Punkte
- Olga Mikutina (Österreich) 61,72 Punkte
- Lara Naki Guttmann (Italien) 61,65 Punkte
- Ekaterina Kurakova (Polen) 60,14 Punkte
- Zhang Ruiyang (China) 59,38 Punkte

