Schaller / Mayr beenden 
ihre Leistungssportkarrieren

Zwei schwere Rückenverletzungen und anhaltende Rückenschmerzen haben in den letzten Jahren die Karriere von Sophia Schaller begleitet. Nun zwangen sie die 25-Jährige zum Ende ihrer Leistungssportkarriere. Mit ihr beendet auch ihr Partner Livio Mayr seine Laufbahn als Spitzensportler. Seit Beginn der Partnerschaft im Jahr 2022 gewann das Salzburger Eislaufpaar drei Staatsmeistertitel und vertrat Österreich bei drei Europameisterschaften sowie den Weltmeisterschaften 2024.


„Ich bin nicht bereit, weiterhin das gesundheitliche Risiko für meinen Körper einzugehen“, erklärt Sophia Schaller ihren Entschluss, ihre Eislaufschuhe an den sprichwörtlichen Nagel zu hängen. Seit Jahren sind Rückenschmerzen und -verletzungen ständige Begleiter in ihrer Laufbahn. „Es war eine sehr schwierige Entscheidung“, gibt sie zu. „Aber eine, die mir auch zukünftig ein aktives Leben ermöglicht, in dem Sport weiter ein Schwerpunkt sein wird.“

Den Schritt ins Leben nach der Leistungssportkarriere zu setzen, war eine Entscheidung, die Sophia Schaller und Livio Mayr gemeinsam getroffen haben – eine, die reifen musste und wohl überlegt ist. „Die Entscheidung ist uns alles andere als leicht gefallen. Aber für uns ist der richtige Zeitpunkt für diesen Schritt gekommen“, erzählt Mayr. „In den vergangenen Jahren war unsere gemeinsame Zeit immer wieder von Herausforderungen geprägt. Dennoch haben wir nie aufgehört, an uns zu glauben und für unsere Ziele zu kämpfen. Irgendwann kommt jedoch der Punkt, an dem die Gesundheit und der Blick in die Zukunft wichtiger sind als der Wunsch, weiterhin Wettkämpfe zu bestreiten.“

© Skate Austria / Theresa Marka

Erfolgreiche Partnerschaft

Seit 2022 bildeten Sophia Schaller und Livio Mayr ein Paar. Das Duo trainierte unter der Leitung des ehemaligen Spitzenläufers Severin Kiefer in Salzburg sowie in Oakville in Kanada. Die beiden Salzburger feierten drei Staatsmeistertitel, nahmen dreimal an Europameisterschaften und einmal an Weltmeisterschaften teil. Trotz der anhaltenden Rückenprobleme Schallers und der damit verbundenen Einschränkungen und Schmerzen im Trainingsalltag verfolgte das Duo bis zum Schluss den Traum von der Olympia-Teilnahme in Mailand-Cortina. Unter den schwierigen Voraussetzungen reichte es jedoch nicht für die Qualifikation.

„Wir hatten wirklich eine sehr gute Partnerschaft“, lobt Schaller. „Wir haben uns in all den Jahren immer aufeinander verlassen können und hatten stets das gegenseitige Vertrauen, dass wir beide immer alles in den Sport hineingelegt haben.“ Die beiden Salzburger kennen sich bereits seit Kindertagen aus dem EisTeam Salzburg. „Egal ob Training oder Wettkampf – mit Livio hat es immer sehr viel Spaß gemacht“, betont Schaller.

Mayr ergänzt: „Auch wenn unsere gemeinsame Zeit als Team kürzer war, als ich es mir gewünscht hätte, bin ich unglaublich dankbar, dass ich diesen Weg mit Sophia gehen durfte. Ich habe großen Respekt davor, mit welcher Disziplin, Stärke und Leidenschaft sie trotz aller Rückschläge immer weitergekämpft hat. Ich bin sehr stolz auf das, was wir gemeinsam aufgebaut und erreicht haben.“

Ihr langjähriger Trainer Severin Kiefer blickt mit großer Wertschätzung auf die letzten Jahre zurück. „Ich möchte Sophia und Livio zu ihrer Karriere und ihren Erfolgen gratulieren und mich bedanken, ein kleiner Teil davon gewesen sein zu dürfen.“ Julia Kiefer, Leiterin des Bundesstützpunkts in Salzburg, hat das Duo fast 20 Jahre lang begleitet: „Ich bin dankbar für die vielen Momente, die wir gemeinsam erleben durften. Ich wünsche den beiden alles Gute in ihrem nächsten Kapitel und hoffe, dass der Sport immer Teil ihres Lebens bleiben wird.“

© Skate Austria / Theresa Marka

„Eiskunstlauf war mein Leben“

Der endgültige Entschluss, ihre Karriere zu beenden, habe sie traurig gestimmt, erzählt Schaller: „18 Jahre lang war ich leidenschaftlich Eiskunstläuferin. Obwohl dieses Kapitel nun beendet ist, brauche ich Zeit, zu realisieren, dass Eiskunstlauf nicht mehr Teil meines Lebens ist. Eiskunstlauf war nicht nur Teil meines Lebens, es war mein Leben!“ Trotzdem freue sie sich nun auf alles, was im Leben einer Leistungssportlerin oft im Hintergrund bleiben musste, und fokussiert sich auf ihre Ausbildung: gegenwärtig dem Studium der medizinischen Biologie an der Naturwissenschaftlichen Fakultät in Salzburg.

Müsste sie ihre Karriere in drei Begriffen zusammenfassen, bleiben ihr in Erinnerung: die Freude am Sport, die Achterbahnfahrt mit den vielen Ups & Downs und die Erfüllung. „Es ist etwas Besonderes, wenn man so viele Jahre lang mit vollem Fokus alles für eine Sache geben kann und geben will.“ Die 25-Jährige bedankt sich ausdrücklich bei ihren Eltern und ihrer Familie sowie bei Skate Austria, dem EisTeam Salzburg, dem Bundesheer, der Stadt Salzburg und dem SSM für die wertvolle Unterstützung während ihrer gesamten Karriere.

Auch Mayr tritt mit Stolz auf die Erfolge und großer Dankbarkeit von der Wettkampfbühne ab. Seine Wertschätzung richtet sich an alle, die ihn auf seinem Weg begleitet haben und in der Zusammenarbeit einen Beitrag an seiner sportlichen und menschlichen Entwicklung geleistet haben. „Dieser Sport hat mir weit mehr gegeben als Medaillen oder Platzierungen. Er hat mir Freundschaften fürs Leben geschenkt, mich persönlich geprägt und mir die Möglichkeit gegeben, die Welt zu bereisen und in Kanada ein zweites Zuhause zu finden.“

Ein Salzburger Duo

Die 25-jährige gebürtige Salzburgerin Sophia Schaller kam im Alter von sieben ins EisTeam Salzburg und schaffte es als Einzelläuferin zu zwei Medaillen bei Staatsmeisterschaften sowie zur EM- und WM-Teilnahme im Jahr 2019. Ab Sommer 2022 bildete sie nach einem Probetraining in Paris mit ihrem Vereinskollegen Livio Mayr ein Eislaufpaar. Schallers sechs Jahre jüngere Schwester Flora ist eines der hoffnungsvollen österreichischen Talente im Eiskunstlauf.

Der 28-jährige gebürtige Salzburger Livio Mayr kam im Alter von acht Jahren ins EisTeam Salzburg und war dort zeitweise auch Teil des Synchroneiskunstlaufteams Sweet Mozart, mit dem er an zwei Junioren-Weltmeisterschaften teilnahm. Mit Ende des Juniorenalters wählte er den Paarlauf als seine Disziplin. Die größten Erfolge feierte der Anifer und Wahl-Kanadier in der Partnerschaft mit Sophia Schaller und unter der Leitung von Heimtrainer Severin Kiefer.