Anita und Andreas Straub: Freiheit auf dem Eis

Seit mehr als vier Jahren bilden Anita und Andreas Straub ein Tanzpaar auf dem Eis. Was einst als mutiger Schritt begann, hat sich inzwischen zu einer echten Erfolgsgeschichte entwickelt – gekrönt von einer historischen Premiere für den österreichischen Eistanz.

Anita und Andreas bei der ÖM 2025/26 in Innsbruck © GEPA Pictures

Wenn Anita Straub aufs Eis kommt, fühlt sie sich frei. Bei ihrem Bruder Andreas ist es nicht anders. Die Geschwister teilen nicht nur die Leidenschaft für das Eistanzen, sondern auch einen gemeinsamen Weg, der sie Schritt für Schritt an die europäische Spitze geführt hat.

Seit Sommer 2021 laufen die beiden gemeinsam. Mittlerweile sind Anita 18 und Andreas 21 Jahre alt – und aus vielversprechenden Nachwuchstalenten sind Fixpunkte im österreichischen Eistanz geworden. In dieser Saison gelang Straub/Straub der bislang größte Meilenstein ihrer Karriere: die Qualifikation für die Europameisterschaften 2026 in Sheffield. Damit bringen sie den österreichischen Eistanz erstmals seit 2016 wieder auf die große europäische Bühne.

Historische EM-Premiere

Die EM-Nominierung ist das Ergebnis einer konstant starken Saison. Beim internationalen Bewerb in Graz sammelten Straub/Straub die letzten noch fehlenden technischen Mindestpunkte. Gemeinsam mit ihrem Ergebnis von der Budapest Trophy überschritten sie erstmals die EM-Norm – ein historischer Schritt für den heimischen Eistanz. Nach erfolgreichen Österreichischen Staatsmeisterschaften stand die Nominierung endgültig fest.

Für die Geschwister ist Sheffield mehr als nur eine Premiere. Es ist die erste Gelegenheit, sich direkt mit der europäischen Elite zu messen – und ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem langfristigen Weg Richtung Olympische Winterspiele 2030.
„Mit der europäischen Elite auf dem Eis zu stehen, ist etwas ganz Besonderes für uns. Die EM ist ein großer Meilenstein – und ein weiterer Schritt auf unserem Weg Richtung Olympia 2030“, sagt Anita Straub.

Von Herausforderungen zu Konstanz

Der Weg dorthin war nicht immer einfach. Frühere Saisonen waren von Verletzungen, Unterbrechungen und organisatorischen Herausforderungen geprägt. Umso bemerkenswerter ist die sportliche Entwicklung der vergangenen Monate, in denen Straub/Straub erstmals über eine längere Phase konstant trainieren und ihre Programme gezielt weiterentwickeln konnten.

Trainiert wird hauptsächlich in Wien, wo das Duo von stabilen Eiszeiten und einem starken Trainingsumfeld profitiert. Die kontinuierliche Arbeit macht sich bemerkbar: technisch stabiler, läuferisch reifer und mit wachsender Ausdrucksstärke präsentieren sich Anita und Andreas mittlerweile auf internationalem Niveau.

Fotogalerie von Anita und Andi Straub 

Geschwister, die sich auf dem Eis ergänzen

Dass sie Geschwister sind, ist auf dem Eis kein Nachteil – im Gegenteil. Anita und Andreas kennen sich in- und auswendig, vertrauen einander blind und können auch in stressigen Situationen auf ihre besondere Verbindung zurückgreifen. Der gemeinsame sportliche Weg war dennoch nicht von Anfang an vorgezeichnet.

Während Anita bereits im Alter von sechs Jahren mit dem Eiskunstlauf begann, spielte Andreas zunächst Eishockey. Erst durch ein Trainingscamp kam er selbst aufs Eis. Nach einem rasanten Wachstumsschub wechselte er schließlich vom Einzellauf in den Eistanz – ein Schritt, der sich als goldrichtig erwies. Nach einem kurzen Umweg fand er in seiner Schwester die perfekte Partnerin.
„Am Anfang haben mir die Sprünge gefehlt“, erinnert sich Anita an den Wechsel. „Aber jetzt finde ich Eistanz wunderschön.“

Blick nach vorne

Mit tschechischer Mutter und österreichischem Vater pendelten die Geschwister lange zwischen Wien und Brünn. Heute ist Wien der sportliche Lebensmittelpunkt. Neben Schule und Studium steht der Leistungssport klar im Fokus – mit langfristigen Ambitionen.

Die Europameisterschaften 2026 sind dabei kein Endpunkt, sondern ein Startschuss. Straub/Straub wollen sich in den kommenden Jahren Schritt für Schritt in der internationalen Eistanzszene etablieren. Das große Ziel: die Olympischen Winterspiele 2030.
„Österreich hat im Eistanz noch viel Potenzial“, sagt Andreas. „Wir wollen zeigen, was möglich ist – und vielleicht auch ein Vorbild für die nächste Generation sein.“

Mit ihrem EM-Debüt in Sheffield schreiben Anita und Andreas Straub bereits jetzt ein kleines Stück österreichischer Eistanzgeschichte – und haben gleichzeitig das nächste große Kapitel fest im Blick.