ISU Congress 2026 in Teneriffa: Weichenstellung für die kommenden vier Jahre

Vergangene Woche fand in Teneriffa, Spanien, der 60. Ordentliche Congress der International Skating Union statt. Skate Austria war durch Präsidentin Christiane Mörth und Generalsekretärin Katharina Rauch vertreten.

Delegierte aus 88 Mitgliedsverbänden kamen von 10. bis 12. Juni zusammen, um über die zukünftige Entwicklung des internationalen Eissports zu beraten. Neben den Wahlen in die ISU-Gremien standen insbesondere strategische Entscheidungen für die kommenden vier Jahre auf der Tagesordnung.

Im Mittelpunkt stand die weitere Umsetzung der ISU Vision 2030, welche die langfristige Modernisierung und Weiterentwicklung des Eissports vorsieht. Die Strategie basiert auf den fünf Bereichen Wachstum, Chancen, Innovation, Safeguarding und Zusammenhalt.

ISU-Präsident Jae Youl Kim aus Korea wurde für eine weitere vierjährige Amtszeit bestätigt. Mit der Wahl eines neuen Councils, der Vizepräsidenten sowie der Technical Committees wurden die personellen Grundlagen für die nächste Phase der Vision 2030 geschaffen.

Die ISU setzt dabei weiterhin auf eine stärkere internationale Sichtbarkeit des Eissports, moderne Veranstaltungs- und Medienformate, eine gezielte Förderung von Athlet*innen und Mitgliedsverbänden sowie den Ausbau von Safeguarding, mentaler Gesundheit und Integrität im Sport.

Für Skate Austria bot der Congress eine wichtige Gelegenheit zum Austausch mit internationalen Partnerverbänden, Funktionär*innen und Entscheidungsträger*innen. Viele der behandelten Themen werden auch die Entwicklung des österreichischen Eiskunstlaufs in den kommenden Jahren beeinflussen.

Die wichtigsten Themen und Beschlüsse im Überblick:

Wahlen in die ISU-Gremien

Neben der Wiederwahl von ISU-Präsident Jae Youl Kim wurden die Vizepräsidenten, Mitglieder des ISU Councils sowie die Vorsitzenden und Mitglieder der Technical Committees für die Amtsperiode 2026 bis 2030 gewählt.

Für den Bereich Eiskunstlauf wurde György Elek aus Ungarn zum ISU-Vizepräsidenten gewählt. Die Technical Committees für Einzellaufen und Paarlaufen, Eistanzen sowie Synchroneiskunstlauf wurden neu besetzt.

Stärkere Förderung der Athlet*innen

Die ISU beschloss eine deutliche Erhöhung der Preisgelder. Ab der Saison 2026/27 werden die gesamten Preisgelder der ISU von bisher rund 5,4 Millionen US-Dollar auf rund 11 Millionen US-Dollar mehr als verdoppelt.

Auch die Unterstützungsleistungen für Mitgliedsverbände, insbesondere Reisebeiträge und Entwicklungsprogramme, sollen in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden.

Neue Entwicklungen im internationalen Wettkampfkalender

Ab der Saison 2027/28 sollen langfristigere Veranstaltungskalender für mehr Planungssicherheit sorgen. Darüber hinaus ist eine Weiterentwicklung der ISU Grand Prix Serie mit zusätzlichen Grand-Prix-Semifinals vorgesehen.

Mit BEIJING28 wurde außerdem ein neues internationales Veranstaltungsformat angekündigt: Im Jahr 2028 sollen vier ISU-Weltmeisterschaften sowie die ISU Skating Awards erstmals in einer gemeinsamen Großveranstaltung in Peking stattfinden.

Safeguarding, mentale Gesundheit und Integrität

Athlete Welfare, Safe Sport und mentale Gesundheit bleiben zentrale Schwerpunkte der ISU Vision 2030. Vorgestellt wurden unter anderem der weitere Ausbau der ISU Calm Zones bei internationalen Veranstaltungen sowie neue Maßnahmen zum Schutz von Athlet*innen vor Online-Missbrauch und Belästigung.

Mit dem neu eingerichteten Skating Integrity Unit Board wird zudem die Arbeit im Bereich Integrität, gute Verbandsführung und Safeguarding weiter gestärkt.

Innovation und Transparenz im Wertungssystem

Auch die Weiterentwicklung des Eiskunstlaufs und des Wertungssystems wurde behandelt. Die ISU plant, technische Entscheidungen und Wertungen langfristig verständlicher und transparenter aufzubereiten, ohne in der laufenden olympischen Periode grundlegende Änderungen am sportlichen System vorzunehmen.

Für die Besetzung internationaler Schiedsrichter*innen und Preisrichter*innen sollen künftig verstärkt datenbasierte Analysen herangezogen werden, um Qualität, Konsistenz und Vertrauen in die Wertungen weiter zu stärken.

Skate Austria wird die weiteren Entwicklungen auf internationaler Ebene aufmerksam begleiten und über relevante Änderungen für Athlet*innen, Trainer*innen, Vereine und Offizielle informieren.