Im österreichischen Eiskunstlauf herrscht Aufbruchstimmung! Bei einem dreitägigen Elite Camp in Wien setzen die besten heimischen Athlet*innen die ersten wichtigen Schritte Richtung neuer Saison und damit auch im neuen Olympischen Zyklus. Ein besonderes Augenmerk gilt den jungen Talenten, die aus gezielter Nachwuchsförderung an die Weltspitze herangeführt werden.
Die neue Saison ist eine voller Höhepunkte: „Wir haben gleich drei Startplätze bei den ISU Grand Prix und vier Startplätze bei Junior Grand Prix“, freut sich Skate Austria Präsidentin Christiane Mörth. Diese Startplätze bei den wichtigsten Wettkampfserien des internationalen Eiskunstlaufs seien „zusätzliche, tolle Möglichkeiten zu den Saisonhöhepunkten Europa- und Weltmeisterschaften“, so Mörth. Die Österreichischen Meisterschaften werden vom 10. bis 13. Dezember in der Steffl Arena in Wien über die Bühne gehen. „Ich wünsche euch allen beste Gesundheit und viel Erfolg in der kommenden Saison“, gibt Staatssekretärin Michaela Schmidt beim heutigen Medientermin in der Steffl Arena in Wien den besten Eiskunstläufer*innen Österreichs mit auf den Weg.
Fokus auf den Nachwuchs
Zu Beginn des neuen Olympischen Zyklus bekommen die talentierten Nachwuchsläufer*innen beim noch bis Mittwoch dauernden, dreitägigen Elite Camp in Wien viel Aufmerksamkeit. „Uns ist es ein großes Anliegen, dass möglichst viele Kinder in ganz Österreich in die Vereine kommen, dort die Sportarten kennenlernen und ihre Talente gezielt sowie fachgerecht gefördert werden. Daher investieren wir gezielt in die Nachwuchsförderung“, betont Schmidt. „Im Eiskunstlauf gelingt das über die Bundesstützpunkte in Oberösterreich, Salzburg und Tirol hervorragend“, lobt die Staatssekretärin.
Ein weiteres wichtiges Anliegen sind dem Sportministerium gezielten Maßnahmen zur Stärkung von Safe Sport. „Sport muss in einem geschützten und sicheren Rahmen stattfinden“, unterstreicht Schmidt. Skate Austria bietet in einer neuen Initiative eine Safe Sport Zertifizierung an und unterstützt und ermuntert Vereine im ganzen Land aktiv, diese Zertifizierung anzustreben.

Olga Mikutina: Mit frischem Schwung in die neue Saison
Das Aushängeschild des heimischen Eiskunstlaufs bleibt auch in dieser Saison Olga Mikutina. Nach zwei Olympia-Teilnahmen startet die 22-Jährige mit frischem Schwung in die neue Wettkampfsaison. Ein erster Höhepunkt wird die Teilnahme am ISU Grand Prix in Shenzhen (China) von 6. bis 8. November, ein zweiter jene an den Staatsmeisterschaften in Wien vom 10. bis 13. Dezember. In dieser ersten Saisonhälfte will sich die Vorarlbergerin in eine gute Position für die internationalen Meisterschaften in der zweiten Saisonhälfte bringen.
Mikutina bereitet sich seit Wochen intensiv und konzentriert vor, um bereits in der ersten Saisonhälfte starke Wettkampfleistungen abliefern zu können. „Mein Ziel ist es, meine Programme so oft zu trainieren, dass ich sie sauber, präzise und konstant laufen kann – mit allen Dreifachsprüngen, Dreifach-Dreifach-Kombinationen und den übrigen technischen Elementen“, erzählt sie. Besonders freut sie sich auf die neue Choreografie in ihren Programmen. „Sie ist wunderschön, außergewöhnlich und zeigt einen ganz neuen Bewegungsstil für mich. Ich liebe die Musik, den Tanz, die Übergänge – eigentlich alles. Das Programm wirkt wie ein harmonisches Gesamtbild, fast wie ein Gemälde.“
Die neue Choreografie aus der Feder des Choreografen Artem Fedorchenko, mit dem Mikutina erstmals zusammenarbeitet, sei läuferisch deutlich anspruchsvoller als die Choreografien der letzten Jahre. „Im Idealfall wirkt das Programm wie aus einem Guss und wird eine starke Ausstrahlung haben.“ Zuletzt absolvierte die Vorarlbergerin ein fünfwöchiges Trainingslager in der Schweiz gemeinsam mit Trainerin Elena Romanowa. „Ich habe große Fortschritte gemacht und komme mit sehr viel Selbstvertrauen aus dem Trainingsblock.“ Sicherheit geben ihr das gezielte Kraft- und Stabilisationstraining in der Saisonvorbereitung: „Ich bin körperlich stärker geworden und fühle mich auf dem Eis deutlich sicherer.“
Den Herbst verbringt die 22-Jährige in den USA, wo sie bis Jänner ihr Studium in Business Administration an der Montclair State University in New Jersey abschließen möchte.
Nächster wichtiger Schritt für Paarläufer Izzo/Maierhofer und Eistanzpaar Straub/Straub
Nach ihrer WM-Premiere im März in Prag mit Platz 14 gehen Gabriella Izzo und Luc Maierhofer hochmotiviert in die neue Saison, die gleich im November mit Startplätzen bei den Grand Prix in Shenzhen (6.–8. November) und Helsinki (20.-21. November) zwei internationale Highlights bringt. „Wir freuen uns sehr auf die spannenden Herausforderungen des kommenden Winters und haben in der Vorbereitung hart gearbeitet, um das Momentum aus der WM-Premiere mit in die neue Saison zu nehmen“, so das Salzburger Paar, das den nächsten großen Schritt hin zur Weltklasse machen möchte. „Wir werden alles geben und unsere Leistungsgrenze auf allen Ebenen erweitern“, blicken die beiden optimistisch auf die kommenden Monate.
Besonders freut sich Izzo auf die neue Kür: „Ich kann es kaum erwarten, unser Kürprogramm zum ersten Mal in einem Wettkampf zu laufen. Es ist ein neuer Stil, wir werden neue Seiten unserer Partnerschaft auf dem Eis entdecken.“
Nach einer starken letzten Saison möchte auch das Eistanzpaar Anita und Andreas Straub im kommenden Winter das nächste Level erreichen. „Wir haben uns viel vorgenommen und gehen mit sehr viel Motivation und positiver Energie in die neue Saison“, versichert das Geschwisterpaar. „Wir wollen konstant starke Leistungen abrufen und damit erstmals die Qualifikation für die WM schaffen. Wir können es kaum erwarten, dass die Wettkampfsaison endlich losgeht!“

Spannende Herausforderungen für die heimischen Talente
Der Rücktritt von Maurizio Zandron öffnet bei den Männern spannende Perspektiven für die heimischen Talente. Tobia Öllerer geht in seine zweite Saison bei den Erwachsenen, Maksym Petrychenko ist der Juniorenklasse entwachsen und spürt große Vorfreude auf seine erste Saison bei den Senioren. „Mein Ziel lautet, gute Leistungen zu zeigen und um die Qualifikation für die Europameisterschaften und Weltmeisterschaften zu kämpfen“, so der in Neusiedl am See lebende, gebürtige Ukrainer. „Über den Sommer hinweg habe ich hart an meinen Sprüngen, Pirouetten und Programmen gearbeitet.“
Die ersten Wettkampfhöhepunkte der neuen Saison bringen die Junior Grand Prix, bei denen Skate Austria vier Startplätze hat. Die besten Junior*innen des Landes präsentieren im Rahmen des Elite Camps ihre Programme. Anhand dieser Sichtungen wird Skate Austria die Startplätze für die Junior Grand Prix zuteilen.
Für Hannah Frank ist diese Bühne die erste wichtige in der neuen Saison, auf der sie ihr Talent und ihr Können im Direktvergleich mit der internationalen Konkurrenz zeigen kann. „Ich möchte mich bestmöglich präsentieren und in die Top Ten laufen“, sagt die junge Oberösterreicherin. Mit den Junioren-Weltmeisterschaften steht ihr großes Saisonziel Ende Februar auf dem Programm.

Dreitägiges Elite Camp mit vollem Programm
Das dreitägige Elitecamp in Wien bietet eine der wenigen Gelegenheiten, die alle heimischen Spitzenakteure im Eiskunstlauf an einem Ort vereint. Für die Athlet*innen bringt das Zusammentreffen in der Bundeshauptstadt zusätzliche Energie zum Start in die neue Saison. Für Skate Austria ist es eine willkommene Chance, seine Unterstützung in der Zusammenarbeit mit seinen Vorzeigeathlet*innen zu intensivieren.
„Eiskunstlauf basiert auf einer extrem individuellen Zusammenarbeit zwischen den Athlet*innen und ihren Trainer*innen. Das enge, vertraute Umfeld ist in dieser Sportart wichtiger als in anderen“, weiß die ehemalige Spitzenläuferin und heutige sportliche Leiterin bei Skate Austria, Miriam Ziegler. Gleichzeitig will der Österreichische Eiskunstlaufverband die Zusammenarbeit mit den Athlet*innen weiter optimieren und die Unterstützung ausbauen – im Sinne einer Bündelung der Kräfte.
Vielversprechende Erkenntnisse
Ein wichtiger Schritt in diese Richtung sind gezielte sportmotorische Testungen und Umfeldchecks, die in diesen Tagen gemeinsam mit Leistungssport Austria umgesetzt werden. „Wir wollen die Stärken und Fähigkeiten unserer Athlet*innen vor Saisonstart besser kennenlernen und verstehen und aus den einzelnen Tests Schlussfolgerungen ziehen, die für alle wichtig sein können. Diese Erkenntnisse werden wir bewusst einsetzen. Vor allem für unsere Talente, die an den Spitzensport herangeführt werden, ergeben sich tolle Chancen für ihre Entwicklung“, erklärt Ziegler.
Gleichzeitig können aus den Tests und mit gezielten Feedbacks aus den Sichtungen der Programme Schwächen erkannt und mit Lerneffekten in der Saisonvorbereitung gezielt ausgemerzt werden. „Dies ist durch die Änderungen des Wertungssystems durch die ISU und das damit verbundene, neue Regelwerk in diesem Jahr besonders wertvoll“, betont die sportliche Leiterin.
Ganz besonders stehen bei den Sichtungen die Junior*innen im Scheinwerferlicht. Auf Basis der im Rahmen des Elite Camps gezeigten Leistungen verteilt Skate Austria die begehrten Startplätze bei den Junior Grand Prix, die bereits Ende des Monats beginnen.
Nach den Junior Grand Prix folgt im Herbst die Grand Prix Serie, die wichtigste Wettkampfserie der International Skating Union (ISU). Olga Mikutina wird beim Cup of China in Shenzhen vom 6. bis 8. November an den Start gehen. Das Paar Gabriella Izzo / Luc Maierhofer hat sogar zwei Startplätze, neben dem Auftritt in der chinesischen Metropole folgt zwei Wochen später jener bei der Finlandia Trophy in Helsinki.

